In Irland kocht die Wut der Bürger wegen der hohen Benzin- und Dieselpreise. Ähnlich wie in Deutschland machen Steuern mehr als 60 Prozent des Tankpreises aus. Vor allem LKW-Fahrer und Landwirte machen mobil. Die Konvois sind zurück. Häfen im Westen des Landes bleiben blockiert. Die Regierung setzt das Militär ein, um Dublin zu schützen.
Screenprints via X / TE-Collage
In Irland breitet sich der Protest gegen die hohen Benzin- und Dieselpreise auf nationaler Ebene aus. Zugleich wächst die Besorgnis der Regierung in exponentieller Weise. Der Donnerstag ist bereits der dritte Tag der Proteste, an dem mit mehr Störungen gerechnet wird, vor allem in der Hauptstadt. Die Konvois rollen wieder. Es sind vor allem Konvois von LKW-Fahrern und Landwirten, aber auch von anderen Betroffenen. So vereinigen sich zwei Gruppen, die in der Vergangenheit einzeln für Proteste sorgten: die Trucker etwa in Kanada wegen aberwitziger Corona-Regeln, die europäischen Landwirte wegen des „Green Deals“. Die gestiegenen Treibstoffpreise bringen beide Gruppen nun in Irland zusammen. Das könnte die Gelbwesten-Bewegung Irlands werden.
Schon seit Tagen wird die einzige Raffinerie für Diesel und Benzin auf der Insel in Cork blockiert. Auch an den Importterminals in Foynes, Limerick und Galway im Westen des Landes gibt es nach wie Blockaden. Das bedeutet: Über diese Routen kommt kein Benzin oder Diesel mehr ins Land. Auf die Weise reduzieren sich die Treibstoffquellen in Irland um die Hälfte. Damit ist vor allem die Gegend um Cork, Limerick und Galway vom Nachschub abgeschnitten.
Noch kann der Staatssender RTE beruhigen: „Es gibt keinen Treibstoffmangel im Land, es ist bis jetzt nur ein Versorgungsproblem.“ Aber schon jetzt gelangt der Treibstoff nicht immer an sein eigentliches Ziel. In Galway ging ersten Tankstellen der Sprit aus.
Die Forderung: CO2- und Verbrauchssteuern streichen
Premierminister Micheál Martin, Anführer der Mitte-rechts-Partei Fianna Fáil, verurteilte die Blockade der einzigen staatlichen Ölraffinerie als „Akt nationaler Sabotage“. Die Proteste insgesamt seien falsch, weil sie Mobilität verhindern und die alltäglichen Lebensabläufe der Bürger stören. Die Organisatoren fordern ein Treffen mit der Regierung über die gestiegenen Kraftstoffpreise. Bis das geschieht, wollen sie ihre Proteste fortsetzen. Der Regierungschef will sich aber nur mit „repräsentativen Organisationen“ treffen.
Für diesen Donnerstag ist die Ausweitung der Proteste aufs ganze Land angekündigt. Konvois sollen sich – betont langsam – in Richtung Dublin, Wexford, Galway, Donegal und Cork bewegen. Seit Dienstag haben LKW-Fahrer, Bauern und andere treibstoffabhängige Berufsgruppen mehrere Zufahrtsstraßen nach Dublin blockiert. Die Blockierer fordern einen Preisdeckel für Kerosin und Diesel. Außerdem solle die CO2-Steuer und Mineralölsteuer vorübergehend ganz gestrichen werden.
Die Preise stehen derzeit bei rund 2,17 Euro für Diesel und etwas unter zwei Euro für Benzin. Zuvor waren sie auf bis zu 2,30 Euro (Diesel) bzw. zwei Euro (Benzin) gestiegen. Sollten sich die Hafenblockaden nach Dublin ausweiten, wäre das der GAU für die Regierung. Über Dublin gelangt die andere Hälfte des benötigten Benzins und Diesels auf die Insel.
„Grow a set of balls“
Beim Thema Benzinpreise wird der Verrat am Wähler besonders offenkundig: Seit Jahrzehnten haben Regierungen den Preis durch eine aberwitzige Steuerlast mehr als verdoppelt. Das ist in Irland nicht anders als in Deutschland: Die Abgabe für die Verbesserung der Straßensicherheit liegt bei nur einem Prozent, dagegen machen Energie-, CO2-, Mineralöl- und Mehrwertsteuer mehr als 60 Prozent des Tankpreises aus. In der Krise zeigt sich, dass die Bürger genug von diesem System öffentlichen Raubs haben. Durch den Verzicht auf alle Sondersteuern könnte der Preis halbiert werden.
Aber die Benzinpreise sind nicht das einzige Feld, auf dem die irische Regierung aktuell scharf kritisiert wird. Im Hintergrund köcheln auch das Problemfeld Migration – nach einigen Messerproblemen – und die Krise der Lebenshaltungskosten weiter und bringen die Gemüter auf den derzeit erreichten Siedepunkt.
Ein Mitorganisator rief die Gardaí-Polizeikräfte dazu auf, sich auf die Seite der Protestler zu stellen. Alle Bürger seien doch von den überhohen Treibstoffpreisen betroffen. Angeblich haben die Gardaí Rettungswagen die Durchfahrt verweigert, um dann die Proteste dafür verantwortlich zu machen. Viele Iren sind mit ihrer Geduld am Ende, was den Einsatz der Polizei gegen die Interessen der Bürger angeht. Der Mann schließt seine Erklärung mit den Worten: „Zeigt Rückgrat und setzt euch für euer Land ein, denn wir werden hier verarscht.“ Im Englischen noch etwas drastischer: „Grow a set of balls and stand up for your country, ’cause we are getting fucked.“
Militär soll nationale Infrastruktur schützen
Justizminister Jim O’Callaghan hat erklärt, dass man die Blockade von kritischer Infrastruktur nicht hinnehmen werde. Das Militär wurde offiziell um Hilfe gebeten. Trucks und Traktoren, die kritische Infrastruktur blockieren, sollen abgeschleppt werden – was allerdings Nutzer der Möglichkeit nach bezweifeln. Jedenfalls, so Minister O’Callaghan, sollten sich die Eigentümer nicht nachher über mögliche Schäden an ihren Fahrzeugen beschweren. Die Blockade lebenswichtiger Ressourcen wie Treibstoff und sauberem Wasser stelle einen „unzulässigen Eingriff in die grundlegendsten Menschenrechte“ dar.
Wie der Zufall so spielt, hat die Regierung erst gestern ein Gesetz veröffentlicht, das sich um die kritische Infrastruktur des Landes dreht, diese aber gegen Ansprüche der Klima-Lobby schützen soll. Kritisch im Sinne des Gesetzes sind Infrastrukturen aus den Bereichen Energie, Transport und Wasser. Gleichzeitig treibt die irische Regierung die „Entwicklung möglicher Notstandsbefugnisse“ voran. Das Thema Energie und Ressourcen geraten zunehmend auf die Agenda von Regierungen. Das ist einerseits gut, weil man den Diskurs so den genannten Klima-Lobbys entreißen kann. Andererseits soll damit schlicht der Volkszorn gezügelt und der Durchgriff von Regierungen gestärkt werden.
Die Häfen im Süden und Westen des Landes, wie in Galway, bleiben derweil blockiert. Es sieht so aus, dass auch öffentliche Busse auf den Straßen abgestellt wurden – in Reih’ und Glied, dennoch als sichtbarer Protest gegen eine untätige Politik.
In Wexford im Südosten des Landes zeigen sich große Blockaden, wie zuvor im Westen und Dublin. Andere Videos zeigen Panzer auf dem Weg in die Hauptstadt und nach Limerick. Im Sommer wird Irland die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Aber vielleicht haben sich die Gemüter bis dahin ja abgekühlt.

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wer so blöd ist? Na, war denn Marx nicht schon ein maßlos blöder Träumer? Die Ergebnisse sind ja zuhauf zu besichtigen. Und können denn Leute, bei denen in der Familie einiges schiefgelaufen ist und/oder keine Bildung haben, die Dummheit des Sozialismus erkennen und dass es ihnen am einfachen Rechnen gebricht?!
Wenn die irische Regierung so umsichtig ist, wie dieses Zitat nahelegt: „Die Blockade lebenswichtiger Ressourcen wie Treibstoff und sauberem Wasser stelle einen „unzulässigen Eingriff in die grundlegendsten Menschenrechte dar …“, dann stellt sich natürlich die Frage was diese künstliche Verteuerung dieser „grundgelegensten Menschenrechte“ aus dieser irischen Regierung macht.
Die Franzosen scheinen auch reichlich sediert zu sein. Habe schon seit ewigen Zeiten nichts mehr von Massenprotesten, Drohungen oder Ähnlichem aus Frankreich gehört oder gelesen.
Bei den Gelbwesten Protesten ging es gegen die hohen Spritpreise. Jetzt haben aber viele Tankstellen gar keinen Sprit mehr und dann freut man sich wenn man doch noch ne Tankstelle findet und tanken kann. In Australien würden die sich freuen wenn Tankstellen noch Sprit hätten, dort sieht es noch schlechter aus, selbst das Militär hat Dieselmangel. In Australien sieht man jetzt das man mit dem zero Emission auf dem grünen Holzweg ist und die ganze Wirtschaft Crash wenn Traktoren und Laster nicht mehr fahren können. Die überlegen jetzt wie Deutschland aus der Not heraus Sprit aus Kohle zu machen. Nur… Mehr
Proteste gegen die Spritpreise ?
Sowas gibt es noch ?
Da müssen die ÖRR aber aufpassen das das nicht nach Deutschland übersch
Wappt.
Es bleiben Fragen: Mitte-rechts-Regierung. Sind die so weit links abgedriftet wie bei uns die Union oder ist das die Blaupause und Orakel für eine AfD-Regierung in Deutschland, die nichts ändern wird können? Warum ist es in einer westlichen Zivilisation ohne drakonische Konsequenzen möglich, dass Militär gegen friedliche Demonstranten einzusetzen? Warum schafft kein verdammter Staat die exorbitanten Steuern auf Treib- & Brennstoffe einfach ab? Die Mindereinnahmen können mit stark gekürzten Mitteln für Brüssel, illegale Migration, NGOs und sinnlose Entwicklungs- und Palästina-/Ukraine-Hilfen locker kompensiert werden. Da kommt dann noch ein ganz dickes Plus am Ende bei raus. …. Tatsächlich beschleicht mich aber… Mehr
Man könnte schon viel Steuern sparen wenn man die über 50 % ausländischer Bürgergeldbezieher, die auch meist ihres Kinderreichtums besonders dick abkassieren, sparen. Wenn ich sehe das hier einer mit Frau und 8 Kindern 7250 Euro im Monat bekommt, fürs Nichtstun, da sieht man das hier gar nichts mehr passt. Und weiter werden die nächsten Problemfamilien aus Gaza über Ägypten hier eingeflogen. Diese Politiker haben nichts anderes mehr zu tun als dem Steuerzahler täglich neue Lasten aufzubürden. Die Frau soll hier nicht mehr mitversichert sein, aber dem hier geringfügig Beschäftigten vom dem geht die ganze Familie zum Arzt und nicht… Mehr
Der Unterschied zu Irland:
Deutsche Speditionen gehen nicht auf die Straße sondern in die Insolvenz, zuletzt gerade Willi Betz.
Deutsche Bauern gehen auch nicht auf die Straße, die sind von Subventionen, dem Bauerverband und Systemlingsinfluenzern wie Bauer Willi sediert.
60 Prozent!!! Die Bauernproteste vor 500 Jahren entzündeten sich an 10% Steuern – schon krass, wie sie uns über Jahrhunderte hinweg „weich gekocht“ haben!
Militär gegen das eigene demonstrierende Volk.Ist das nicht im Iran auch so?
Wird Irland jetzt zum Iran der EU?
Ja da ist was dran, religiöse Eiferer gibts da auch zuhauf…
Das ist alles nur Schau.
Unglaublich, welche Bilder die Herrscher über das Volk zulassen. Diese Bilder bleiben eingebrannt in das Gedächtnis der Untertanen!!!
Das glaube ich nicht,denn der Untertan hat in der Regel kein Gedächtnis,deshalb ist er ja der Untertan.
Na, so wie es aussieht, ist es fast überall in der EU gleich. Die Bürger werden ausgeraubt und wenn sie sich wehren, werden sie von den Tätern kriminalisiert. Die marode Staatskasse wird kräftig gefüllt, wo ansonsten neue Kredite aufgenommen hätten werden müssen, denn die Mißwirtschaft fast überall in der EU schreit zum Himmel. Anders als in Irland ist es allerdings im Gegensatz zu Schland: Die Iren wehren sich. Trotz massiver Strafandrohung. Die Einzigen, die immer nur murren, trotzdem hinnehmen und stillhalten, sind die Deutschen. Die Deutschen sind anscheinend schon mit Scheinreaktionen zufrieden – nämlich wenn der Benzinpreis nur einmal am… Mehr
Ja die Iren waren immer rebellisch…aber das ist jetzt neu: das „eigene“ Militär auf die eigenen Bürger loslassen, das ist ein Tabubruch. Mal sehen was da noch kommt…
Einfach mal mit dem „Aid to the Civil Power“ (ATCP)“ Act beschäftigen.
Sie haben absolut keine Ahnung von der irischen Geschichte -das ATCP interessiert den Paddy ne Bohne